W E R K E  
  M U S E E N    S A M M L U N G E N    G R O S S P L A S T I K E N    .    A U S S T E L L U N G E N  
  K A T A L O G E    .    T E X T E    .    L I N K S    .    V I T A    .    K O N T A K T    .    I M P R E S S U M  
P R O F.  S P I E L M A N N    .    D R.  H E Y B R O C K    .    R O H    .    S C H N I T Z E N B A U M E R    .    Z Ö L L N E R    .    S O M M E R  
     
 




MATERIE UND ENERGIE:

Dunkle, karge Flächen verriegeln die Bildtiefe. Mit Sand und Asphalt vermischte Farbe vermittelt den Eindruck kompakter, zäher Materie. „Death Valley“ heißt die Arbeit Christoph Böllingers aus dem Jahre 1985 (Abb. S.81); sie ist Landschaftsausschnitt und real anwesende Bildsubstanz zugleich. „Das Tal des Todes“, einer der unwirtlichsten Orte der Welt, wirkt kompromisslos und undurchdringlich - düstere Bergsilhouetten zeichnen sich scharf vor rigoroser Helligkeit ab; gleichzeitig tritt der Bildträger als räumlich materielles Faktum mit einer physisch erlebbaren Textur auf. Den Fundstücken einer Collage vergleichbar, ist der Wüstenstaub als Realsubstanz an der Bildwirkung beteiligt, so als hätten sich Sedimente in einem natürlichen Prozess im Bild eingelagert. Dem Blick in die Tiefe des Bildes steht die tatsächliche Substanz des Werkes mit ihren energetisch aufgeladenen Materialien gegenüber. Dem Schein von Räumlichkeit auf der Fläche haftet die Subjektivität individueller künstlerischer Perspektive an, der Anwesenheit von Sand und Asphalt wird die Objektivität des Faktischen zugesprochen. Malerei, die sich auf diese Weise materiell im Raum äußert, verweist nicht mehr nur auf etwas anderes, sondern ist mit ihrer stofflichen Energie real anwesend.

„Death Valley“ beeindruckt durch die Sparsamkeit der bildnerischen Mittel und fasst zugleich die wesentlichen Charakteristika von Böllingers Schaffen zusammen. Gewidmet ist die Arbeit dem amerikanischen Fotografen Ansel Adams (1902-1984). Adams hat der reinen Landschaftsdarstellung nachgespürt. Seine Idee war es, die Energie der Landschaft durch festgelegte Belichtungsregeln in ein objektivierbares Bild zu überführen. Für ihn glich der

 
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