W E R K E  
  M U S E E N    S A M M L U N G E N    G R O S S P L A S T I K E N    .    A U S S T E L L U N G E N  
  K A T A L O G E    .    T E X T E    .    L I N K S    .    V I T A    .    K O N T A K T    .    I M P R E S S U M  
P R O F.  S P I E L M A N N    .    D R.  H E Y B R O C K    .    R O H    .    S C H N I T Z E N B A U M E R    .    Z Ö L L N E R    .    S O M M E R  
     
 




"Bewegung ist die Ortsveränderung einer bestimmten Masse, in einem bestimmten Raum, während einer bestimmten Zeit, durch eine bestimmte Energieform und eine bestimmte Energiemenge"

Bewegung fasziniert uns. Veränderung fasziniert uns. Die Magie der Bewegung fasziniert uns. Wir sind gebannt von Bewegung, die wir selbst auslösen. Dieser Vorgang macht uns zur Ursache von Etwas. Wir werden dadurch zum Bewegter. Wir forschen nach kausalen Zusammenhängen von Bewegungsabläufen. Wir sind befriedigt, wenn wir sie durchschauen. Wir sind fasziniert, wenn wir sie nicht durchschauen. Wir geben uns der Schönheit einer Bewegung hin, wenn uns die antreibende Energieart unbekannt bleibt, denn wir lieben es, an Bewegung ohne Energieverbrauch zu glauben, weil wir auf magische Kräfte als Ursache hoffen. Wir sind kindlich in unserer Freude an Bewegung.
Für uns ist die Bewegung von zarten Formen poetisch. Wir glauben im leichten Zittern von Gräsern und feinen Drähten den Atem des Planeten zu sehen. Sie scheinen uns die Seismographen der vierten Dimension, deren Gefangene wir sind. Bewegung zeigt Zeit. Bewegung teilt Zeit. Wir sehen kleine und große Bewegung. Wir denken Zeit in kleinen und in großen Mengen. Kleine Zeit ist wie ein Hauch, große Zeit ist uns unendlich. Uns läßt Schnell und Kurz vibrieren, und uns vermittelt Langsam und Fortdauernd Ruhe.
Gebilde, deren Inhalte Bewegung sind, nennen wir kinetische Objekte. Sie sind für uns magische Orte. Wir verehren sie gleich Tempeln der Bewegung. Sie sind für uns Knotenpunkte im Raum, in denen sich Zeitlinien kreuzen, deren kollidierende Energien Bewegung verursachen, die wiederum wir mit unseren Sinnen als ästhetisches Stimulans wahrnehmen.
Christoph Böllinger schafft kinetische Objekte. Bewegung ist die Ortsveränderung einer bestimmten Masse, in einem bestimmten Raum, während einer bestimmten Zeit, durch eine bestimmte Energieform und eine bestimmte Energiemenge.

Waki Zöllner
Katalogeinführung
Galerie Art in Progress (1971)