W E R K E  
  M U S E E N    S A M M L U N G E N    G R O S S P L A S T I K E N    .    A U S S T E L L U N G E N  
  K A T A L O G E    .    T E X T E    .    L I N K S    .    V I T A    .    K O N T A K T    .    I M P R E S S U M  
P R O F.  S P I E L M A N N    .    D R.  H E Y B R O C K    .    R O H    .    S C H N I T Z E N B A U M E R    .    Z Ö L L N E R    .    S O M M E R  
     
 




In CHRISTOPH BÖLLINGER haben wir einen 'Kinetiker' vor uns, der mit einer erstaunlichen Raumphantasie begabt ist und seine Figurationen mit Bewegungen ausstattet, die nicht auf einen bestimmten Modus festgelegt sind. Seine Gestalten können schwingen, kreisen, aber auch hüpfen und vibrieren. Sie bewegen sich auf einen Anhauch der Luft, durch einen einmaligen Anstoß, können aber auch von einem Elektromotor oder von Wasser gesteuert sein. Erlebten wir bisher bei den Kinetikern eine Problemverengung, die zu ganz bestimmten Bewegungen und zu einem programmierten Erscheinungsbild führte, so weitet Böllinger das Ausdrucksfeld von neuem aus. Es geht ihm nicht so sehr um das, was die Franzosen um Le Parc 'recherches visuelles' nannten, also um Gesetzmäßigkeiten der Formveränderung durch Bewegung, sondern um deren mimetischen Ausdruck. Abstrakte Formkonstellationen führen bei Böllinger eine Pantomime vor, eine Art von Ausdruckstanz, von eigenen Impulsen geheimnisvoll gesteuert. Viele seiner Arbeiten haben etwas Physiognomisches, sind wie abstrakte Lebewesen aus Metall.

(Dr. Juliane Roh)